Santander Reiseführer

"Die schönste Promenade der Welt": vom Centro Botín nach El Sardinero

In Santander gibt es eine Promenade, die viele Einheimische als die schönste der Welt verteidigen. Sie beginnt am Centro Botín, folgt der Stadtküste, umrundet die Halbinsel La Magdalena und endet an den Stränden von El Sardinero. Etwa fünf Kilometer, fast vollständig flach an der Bucht, in einer guten anderthalb Stunden zu Fuß machbar.

Die Idee

Fünf Kilometer Bucht, Paläste und offenes Meer

Vom Stadtzentrum nach El Sardinero gibt es eine fast durchgehende Uferroute. Der Plan ist einfach: vom Hostal hinunter zum Paseo de Pereda, am Centro Botín starten und sich vom Wasser bis zum Strand führen lassen. Sieben Etappen erzählen die Hafen-, Königs- und Bürgergeschichte Santanders.

Centro Botín von Renzo Piano über der Bucht von Santander
Centro Botín vom Paseo Pereda — der Beginn der Promenade. Diego Delso / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

1. Centro Botín — der Auftakt

Im Juni 2017 eröffnet und von Renzo Piano entworfen, ist das Centro Botín praktisch über dem Wasser gebaut, aus zwei durch Stege verbundenen Baukörpern, die zwischen Paseo Pereda und Bucht zu schweben scheinen. Ein guter Startpunkt: hier kippt die Stadt zum Wasser.

Wer Zeit hat, sollte eine der Wechselausstellungen besuchen. Sonst genügt der Rundgang über die obere Plattform.

2. Der Steinkran — Hafenerinnerung

Wenige Meter vom Centro Botín steht der Steinkran, vermutlich das schönste Industriedenkmal an der Promenade. Er wurde 1900 am Maura-Kai eingeweiht, in Liverpool von Sheldon und Gerdtzen gebaut und vom Ingenieur Leonardo Corcho montiert. Bis 30 Tonnen Hubkraft. Der Ausleger ragt 14 Meter über den Kai; das Kabel reichte bis 23 Meter, gerade genug für Schiffe bei Niedrigwasser. Bis in die 1990er Jahre in Betrieb, 2016–2017 restauriert, heute eines der Stadtsymbole.

Der Steinkran am Hafen von Santander
Der Steinkran (1900), 14 Meter Eisen und Hafengeschichte. Wikimedia Commons (CC BY-SA)
Palacete del Embarcadero in Santander
Palacete del Embarcadero (1931), ehemalige königliche Anlegestelle, heute Ausstellungshalle. Wikimedia Commons (CC BY-SA)

3. Palacete del Embarcadero — dezenter Luxus

Der Palacete del Embarcadero neben dem Kran ist eines jener Gebäude, an denen man vorbeigeht, bis das achteckige Dach mit weiß-blauen Keramikschuppen auffällt. 1920 von Javier González de Riancho entworfen (auch Architekt des Magdalena-Palasts), 1929–1931 als königliche Anlegestelle für Alfonso XIII. errichtet. Heute Ausstellungshalle der Hafenbehörde. Falls geöffnet, hineinschauen: Mosaikboden und Holzdach sind in der Stadt einzigartig.

4. Puertochico — das Herz, das noch nach Meer riecht

Wenige Minuten weiter öffnet sich die Promenade auf Puertochico, das kleine Fischer- und Yachthafenbecken, das dem Viertel den Namen gibt. Der Rhythmus ändert sich: niedrigere Gebäude, höhere Masten, betriebsamere Möwen. Eine der meistfotografierten Ecken Santanders bei tief stehender Sonne. Pause auf den Hafenterrassen empfohlen.

Puertochico, Yachthafen von Santander
Puertochico — der kleine Hafen mitten in der Stadt. Wikimedia Commons (CC BY-SA)
Festspielpalast von Sáenz de Oiza
Festspielpalast (Sáenz de Oiza, 1990) — Symbol des Internationalen Festivals. Wikimedia Commons (CC BY-SA)

5. Festspielpalast — Sáenz de Oizas Geste

Der Festspielpalast Kantabriens ist der große zeitgenössische Architekturmoment der Promenade: ein Bau von Francisco Javier Sáenz de Oiza, eröffnet 1990. Er gewann den eingeschränkten Wettbewerb gegen Navarro Baldeweg, García de Paredes und Rafael Moneo. Markantes Merkmal: das große verglaste Trapez der Hauptfassade, sodass das Publikum im 1.600-Plätze-Saal die Bucht vom Sitz aus sieht. Materialien: Marmor und Kupfer. Sitz des Internationalen Festivals seit 1990.

6. Magdalena-Palast — die königliche Halbinsel

An einem Punkt verlässt die Promenade die Bucht und betritt die Halbinsel La Magdalena. Auf einem Hügel mit 270-Grad-Aussicht steht der Magdalena-Palast, 1909–1911 von Javier González de Riancho und Gonzalo Bringas Vega errichtet. Durch Volkssubskription finanziert und der spanischen Königsfamilie als Sommerresidenz übergeben. Heute der meistbesuchte Ort Santanders. Ein Rundweg ermöglicht Blicke auf Mataleñas, den Leuchtturm Cabo Mayor und das offene Meer. Mit Zeit und gutem Schuhwerk vor dem Abstieg zu den Stränden den ganzen Rundweg machen.

Magdalena-Palast auf der Halbinsel
Magdalena-Palast (1909–1911), Sommerresidenz König Alfonsos XIII. Diego Delso / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Sardinero-Strand in Santander
Sardinero-Strand — das Ende der Promenade und der Beginn der Erholung. Wikimedia Commons (CC BY-SA)

7. Sardinero-Strände — das Finale

Hinter La Magdalena liegt El Sardinero, mit zwei Stränden: Primera und Segunda del Sardinero. Triumphales Ende: feiner Sand, offenes Meer, Bade-Etablissements aus dem 19. Jahrhundert, Cafeterrassen und an einem guten Nachmittag ein Licht, für das man bleiben möchte. Zurück ins Hostal mit Stadtbus Linie 4 oder gemächlich zu Fuß am Wasser.

Wie planen

Ein Vormittag, ein Nachmittag oder ein ganzer Tag

Die ganze Promenade misst rund 5 km. Ohne Hetze, mit Pausen an jeder Etappe, 2 bis 3 Stunden. Mit Besuch von Centro Botín und Magdalena-Palast halben Tag oder ganzen Tag einplanen. Früh starten: das Morgenlicht über der Bucht ist das beste der Promenade.

Distanz

Etwa 5 km, fast eben

Gehzeit

1 h 30 ohne Pausen; 3–5 h mit Besuchen

Start

Centro Botín (11 Min. vom Hostal)

Rückweg

Bus Linie 4 oder zu Fuß

Routenübersicht auf einen Blick

EtappeEntfernung vom HostalBesonderheitEintritt
1. Centro Botín11 Min. zu FußRenzo Piano, 2017; WechselausstellungenAb 8 € (Ausstellung)
2. Steinkran12 Min.Industriedenkmal 1900; 14 m AuslegerKostenlos
3. Palacete del Embarcadero14 Min.Königliche Anlegestelle 1931; AusstellungshalleKostenlos (außen)
4. Puertochico18 Min.Jacht- und Fischerhafen; TerrassenKostenlos
5. Festspielpalast20 Min.Sáenz de Oiza, 1990; Glasfassade zur BuchtKostenlos (außen)
6. La Magdalena und Palast25 Min.Königspalast 1909–1911; 270°-PanoramaKostenlos
7. El Sardinero~60 Min. zu Fuß / Bus Linie 4Zwei Strände; Rückweg per BusKostenlos

Häufige Fragen

Wie lang ist die Uferpromenade von Santander?

Vom Centro Botín bis El Sardinero sind es ca. 5 km, fast vollständig flach entlang der Bucht. Ohne Pausen ca. 1 Stunde 30 Minuten. Mit Besichtigungen (Centro Botín, Magdalena-Palast) rechnet man 3–5 Stunden. Die Route ist ganzjährig begehbar; Morgenstunden bieten das beste Licht über der Bucht.

Kann man die Uferpromenade in Santander mit dem Bus zurückfahren?

Ja. TUS-Bus Linie 4 verbindet El Sardinero mit dem Zentrum (Rathaus, Jardines de Pereda), ca. 15–20 Minuten Fahrtzeit. Haltestellen direkt am ersten und zweiten Strand. Fahrpläne auf tusbus.com.

Was sind die Höhepunkte der Uferpromenade in Santander?

Die sieben Höhepunkte: Centro Botín (Renzo Piano, 2017), Steinkran (1900), Palacete del Embarcadero (1931), Puertochico (Hafen), Festspielpalast Kantabriens (Sáenz de Oiza, 1990), Halbinsel La Magdalena mit dem Königspalast (1909–1911) und die Strände von El Sardinero.

Bildnachweis

Alle Fotos in diesem Reiseführer stammen von Wikimedia Commons unter freien Lizenzen (mehrheitlich CC BY-SA 4.0). Jede Abbildung verlinkt auf die Datei-Seite in Commons mit vollständigem Autorennachweis.

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